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Vier Fragen an Stefan Creuzberger


Vier Fragen an Stefan Creuzberger

Vier Fragen, ein Buch – Stefan Creuzberger über „Das deutsch-russische Jahrhundert“ (Rowohlt Verlag):

Worum geht es in „Das deutsch-russische Jahrhundert“?

Wer sich auf mein Buch einlässt, begibt sich auf eine Zeitreise durch das von Revolution und Umbruch, Terror und Gewalt, schließlich durch das von Abgrenzung und Verständigung geprägte deutsch-russische Jahrhundert – eine Zeitreise, die zugleich deutlich macht, wie sehr immer wieder Furcht und Bewunderung, Feindschaft und freundschaftliche Verständigung die Beziehungen von Deutschen und Russen bestimmt haben.

Warum schreiben Sie über dieses Thema?

Spätestens seit Putins völkerrechtswidriger Annexion der Krim im Jahre 2014 ist es wenig zielführend gewesen, die öffentlich geführte Debatte auf die Polemik ‚Russland-Versteher oder nicht‘ zu reduzieren. Die aktuelle Entwicklung verlangt vielmehr, die historischen Zusammenhänge im deutsch-russischen Verhältnis zu verstehen, sie in ihren Motivlagen, Antriebsmomenten, Erfahrungen, besonderen Prägungen und Befindlichkeiten begreifbar zu machen. Mein Buch möchte zur Auseinandersetzung mit den oft dramatischen Zäsuren, Wechselwirkungen und Veränderungen einer bewegten Geschichte anregen.

An welche Leser*innen haben Sie beim Schreiben gedacht?

Ich schreibe und biete meine Forschungsergebnisse – in hoffentlich verständlicher Weise – einer historisch interessierten breiten Öffentlichkeit an. Es ist immer schon mein Wissenschaftsverständnis gewesen, nicht nur für die eigene Historiker-Zunft zu arbeiten. Ob ich diesem Anspruch gerecht geworden bin, mögen die Leserinnen und Leser meines Buches beurteilen.

Welche eindrückliche Begegnung hatten Sie beim Schreiben des Buchs?

Vor über drei Jahrzehnten hatte ich gegen Ende der Perestroika Gelegenheit, als Doktorand in Moskau zu leben. Ich ging in die Sowjetunion und kam aus Russland zurück. Seit dieser Zeit haben mich das Land, insbesondere aber seine Menschen mit ihrer Gastfreundschaft und Herzlichkeit nicht mehr losgelassen. Sie wurden zu einem zentralen Thema meines bisherigen Forscherlebens – Deutsche und Russen in ihrer jüngsten Geschichte, in ihrem von Höhen und Tiefen gekennzeichneten deutsch-russischen Jahrhundert. Auf diese Erfahrungen blicke ich dankbar zurück, gaben sie doch auch wichtige Anstöße für dieses Buch.


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