Die Hohenzollern und die Nazis -

Die Hohenzollern und die Nazis

Geschichte einer Kollaboration

Stephan Malinowski

© Manfred Thomas

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Über das Buch

Seit über 100 Jahren haben die „Oberhäupter“ der Hohenzollern immer wieder mit Juristen, Journalisten und PR-Beratern zusammengearbeitet, mit deren Hilfe sie das Bild der Familie in der Öffentlichkeit aufpolierten. Stephan Malinowski analysiert diese Selbstdarstellungen in einer historischen Erzählung über drei Generationen bis in die Gegenwart.

Jury­begründung

In seiner glänzenden Milieustudie schildert Stephan Malinowski, wie seit den 1920er Jahren die Familie Hohenzollern und die Nazis sich einander annähern und symbolisch-politische Allianzen schmieden. Bei allen Differenzen in Manier und Herkunft treffen sich der alte Adel und die neue Bewegung in ihrem Hass gegen Demokratie und Weimarer Republik. Das ist der Kitt, der diese so verschiedenen Personen und Milieus verbindet. Malinowski hat über diese Kollaboration ein ebenso klug komponiertes wie erkenntnisförderndes und politisch wie juristisch brisantes Buch geschrieben, das zu lesen bei allem Erschrecken eine Freude und ein intellektuelles Vergnügen ist. Überzeugend sind nicht zuletzt Malinowskis gründliche Recherche und klare Argumentation, die auch als Antwort auf die andauernd drohenden Klagen durch das Haus Hohenzollern verstanden werden können.

Stephan Malinowski

Stephan Malinowski, geboren 1966 in Berlin, studierte und lehrte Geschichte in Berlin, Frankreich, Italien, den USA und Irland. Seit 2012 lehrt er Europäische Geschichte an der University of Edinburgh. Sein Buch „Vom König zum Führer“ über den deutschen Adel und die NS-Bewegung wurde mit dem Hans-Rosenberg-Preis ausgezeichnet. Das Gutachten, das er im Auftrag des Landes Brandenburg 2014 erstellte, spielt in der Diskussion um die vom „Chef des Hauses“ Hohenzollern geltend gemachten Restitutionsansprüche eine wichtige Rolle.

Textauszug

Im Herbst 1923 bricht ein im Exil lebendes Mitglied des deutschen Hochadels in einem Sportwagen zu einer weiten Reise auf. Die Fahrt führt ihn von der holländischen Insel Wieringen zu einem etwa eintausend Kilometer östlich gelegenen Renaissanceschloss in Schlesien. An seinen Vater versendet der Heimkehrer einen Tag vor seiner Abreise ein Schreiben, das von Zuversicht für die Zukunft der Hohenzollern geprägt ist.

Am selben Tag verfasst ein im oberbayerischen Uffing am Staffelsee versteckter homo novus nach dem Scheitern seiner ambitionierten Pläne sein politisches Testament.

Veranstaltungen

Deutscher Sachbuchpreis: Die Matinée

Humboldt Forum in Berlin, am 29. Mai, 11:00 Uhr

Am Vortag der Preisverleihung diskutieren die acht nominierten Autor*innen über ihre Bücher in Bezug zu aktuellen Fragen und zentralen Themen des Humboldt Forums.

Moderation: Hadnet Tesfai, Shelly Kupferberg und Jörg Thadeusz

Zum Programm des Humboldt Forums

 


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